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Es war angerichtet: als zweites B-Gruppen-Spiel am 4. Mai 2010 traf Deutschland auf die spätestens nach dem 7:1 von Salzburg favorisierten Ungarn. Für den deutschen Trainer
Jan Kratochvil galt es dabei, die in Österreich gezeigte Unterlegenheit im spielerisch-technischen aber auch im physischen Bereich durch geschickte Taktik und Einsatzwillen wieder wettzumachen.
Und genau von diesen Spielelementen zeigte Deutschland an diesem Abend reichlich, nein, brillierte teilweise sogar in den Disziplinen. Ungarn machte das Spiel, drückte praktisch pausenlos im ersten Drittel auf das Tor von Indra Reck,
die die magyarische Übermacht zum Verzweifeln brachte. So war es ein deutscher Konter in der 9. Minute, als MAria Voigt schön mit einem Querpass Larissa Engel bediente, der
den ersten Treffer der Partie markierte - da Deutschland in Folge auch eine Unterzahl nach einem Abstandsvergehen von Josephine Garcon überstand, blieb es auch nach zwanzig Minuten bei diesem dem Spielverlauf zwar vielleicht nicht
entsprechenden, aber dafür umso mehr verdient, weil hart erkämpften Zwischenstand nach 20 Minuten - es sollte dabei nicht unerwähnt bleiben, dass Engels Treffer nur einer von zwei deutschen Schüssen war, der überhaupt den Weg auf das Tor
von Flora Frischmann fand.
Kratochvil zeigte seiner Mannschaft in der Drittelpause auf, dass dieser massive Druck wohl kaum vom Gegner über sechzig Minuten haltbar sein würde - und zunächst schien er für ein paar Minuten im zweiten Abschnit recht zu behalten, als die Ungarinnen
den Gegnern für ein paar Minuten etwas mehr Spiel- und Feldanteile schenkten. Doch letztlich dauerte es im zweiten Drittel nur wenige Minuten, bis sich die Damen in den rot-weiß-grünen Trikots wieder gemütlich in der gegnerischen Hälfte einquartiert hatten.
Ein deutscher "Lucky Punch" hätte in dieser Phase vielleicht das Spiel endgültig für den FVD sichern können, letztlich fehlten hier aber zu viele schnelle Impulse im Spielaufbau, so dass die ungarische Abwehr bei den wenigen gegnerischen Versuchen sicher stand. Eine Zeitstrafe
gegen Nora Susztak brachte so ab der 35. Minute etwas willkommene Erholung für die deutsche Abwehr, bis der Sturmlauf auf Reck weiterging - in der 38. Minute war es dann Boglarka Bartok, die den Ball über die Linie löffelte und die deutsche Mauer
erstmals durchbrach. Mit etwas Pech wäre Deutschland sogar mit einem Rückstand in die Pause gegangen, da Lisa Karacsony zehn Sekunden vor Schluss nur das Lattenkreuz traf - trotz ihrer feldmäßigen Unterlegenheit änderte dies
aber nichts daran, dass diese deutsche Mannschaft Spaß machte und stolz auf sich sein konnte.
Im dritten Abschnitt nahm die ungarische Dominanz dann noch weiter zu - zwar mussten die Magyarinnen nach nur wenigen Sekunden nach einem sehr zweifelhaften Kopfspiel von Krisztina Rekasi erst einmal in Unterzahl spielen - dies
war übrigens die einzige wirklich sehr strittige Entscheidung der beiden australischen Schiedsrichterinnen Melanie Cathie und Leith Woods, die in ihrem WM-Debüt eine sehr gute Partie zeigten - danach dauerte es aber nur gerade eine Minute, als
Bartok aus dem Slot in der 44. Minute die ungarische Führung erzielte. Kurz nach dem Führungstreffer gab es eine erneute ungarische Unterzahl, dieses mal absolut unstrittig gegen Karacsony, die bei einem Stockschlag-Festival im Mittelfeld die erste Geige
spielte, doch letztlich waren deutsche Bemühungen zwar erkennbar, spielerisch aber zu wenig umsetzbar. Als fünf Minuten vor dem Ende es noch eine deutsche Auszeit gab, ging so zwar auch nochmal ein weiterer Ruck durchs deutsche Team, in der 58. Minute markierte dann aber ein Doppelschlag
durch Ungarns Kapitänin Vera Szarvas und Nora Susztak das 4:1 und damit die Entscheidung - dass Gacon eine gute Minute vor Schluss noch mit einer Freischlagvariante traf, gab dem guten deutschen Spiel einen versöhnlichen Abschluss.
Letztlich gewann Ungarn absolut verdient als überlegene Mannschaft, Deutschland erarbeitete sich gerade im zweiten Abschnitt nicht die Möglichkeit, mit einem zweiten Treffer ein noch unangenehmerer Gegner für den Turnierfavoriten zu werden. Die Niederlage aber einfach nur
als "vermeidbar" zu klassifizieren, wäre viel zu billig und täte dem guten Spiel der deutschen Mannschaft keineswegs Recht - mit dieser Leistung sollte gegen Russland der Finaleinzug möglich sein.
Aufwärmfotos der ungarischen Mannschaft finden sich am Ende der Gallerie
| Ungarn | | Deutschland
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1 | Brigitta Balla (TW) | 1 | Indra Reck (TW)
| 13 | Flora Frischmann (TW) | 80 | Freya Mordhorst (TW)
| 99 | Enikö Karpati (TW) | 87 | Linda Bochmann (TW)
| 3 | Lisa Karacsony | 2 | Josephin Gacon
| 4 | Boglarka Bartok | 3 | Maria Voigt
| 5 | Reka Kovacs | 4 | Laura Neumann
| 6 | Nora Susztak | 6 | Anna-Karoline Abraham (C)
| 7 | Alexandra Simon | 7 | Lisa Hansel
| 8 | Alexandra Baro | 8 | Marina Döring
| 9 | Vivien Jetzin | 10 | Larissa Engel
| 10 | Veronika Szarvas (C) | 11 | Carla Benndorf
| 11 | Fanny Sandorovsky | 14 | Frederike Scholz
| 12 | Krisztina Rekasi | 15 | Jenny Horn
| 15 | Erezbet Tokal | 16 | Julia Pradel
| 16 | Agnes Szeti | 17 | Jessica Schulz
| 17 | Evelin Hotz | 19 | Pauline Baumgarten
| 18 | Anna Czuck | 25 | Cindy Höhne
| 19 | Agnes Huszar | 43 | Lisa Entelmann
| | | 47 | Christina Wangler
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